
Inhalt:
Eine junge Frau namens Beatrix Kiddo, die wechselnd „die Braut“, „Black Mamba“ oder „Kiddo“ genannt wird, ist
Mitglied des von Bill geführten Attentatskommandos Tödliche Viper. Kiddo ist mit Bill liiert und wird von ihm
schwanger. Sie will ihr Kind nicht in diesem Milieu aufwachsen lassen, kehrt daraufhin von einem Auftrag nicht
zurück und lässt Bill in dem Glauben, sie wäre getötet worden. In ihrem neuen Leben arbeitet sie nun in einem
Plattenladen und will dessen Inhaber heiraten. Drei Monate später spürt das Attentatskommando sie jedoch auf
und erschießt bei der Probe von Kiddos Hochzeit die versammelte Gesellschaft. Die hochschwangere Beatrix wird
von Bill mit einem Kopfschuss lebensgefährlich verletzt und liegt vier Jahre auf einer Pflegestation im Koma.
Als sie daraus erwacht, flüchtet sie aus dem Krankenhaus, stellt unter der Überschrift „Death List Five“ eine
Todesliste (eng.: „Kill Bill“) auf und arbeitet sie schrittweise ab. -
Wikipedia
Zum Film:
Mit "Kill Bill Vol.1" bringt Quentin Tarantino seine filmische Verneigung vor dem Easternkino auf die Leinwand.
Ähnlich wie in seinen anderen Filmen wird die Geschichte nicht wirklich chronologisch erzählt, auch wenn die erste Szene
relativ früh in der Geschichte anzusiedeln ist. Die Braut (Uma Thurman) liegt halbtot auf dem Boden und ihr Boss Bill,
von dem nur eine Hand zu sehen ist, sagt er, sein Tun sei kein Akt von Sadismus - ehe er ihr in den Kopf schießt, als
sie den Satz: "Bill, das Baby ist deins." sagt. Die verschachtelte Erzählstruktur ist bei "Kill Bill Vol.1" ähnlich
wie in den anderen Tarantinos und funktioniert sehr gut, auch wenn sie nicht mehr als wirklich neu zu bezeichnen ist.
Das erste Kapitel ist dann schon weiter fort in der Handlung anzusiedeln. Die Braut besucht Vernita Green (Vivica A. Fox),
eine der vier Killer, die Bill bei dem Mord an der Braut und ihrer kompletten Hochzeitsgesellschaft unterstützten.
Diese führt nun ein bürgerliches Leben, aber ist immer noch fit für einen Kampf mit der Braut - in dessen recht
witzigen Verlauf sie das Zeitliche segnet. Diese Szene ist eine ordentliche Symbiose aus Action und Comedy, denn
das Duell wird immer von komischen Einschüben unterbrochen, z.B. wenn Vernitas Tochter nach Hause kommt oder die
beiden zwischendurch einen Kaffee trinken.
Was dazwischen passierte: Die Braut überlebt den Kopfschuss Bills und wird in ein Krankenhaus gebracht, wo sie vier
Jahre im Koma liegt. Doch nach einer Weile erwacht sie und will Rache an den fünf Verantwortlichen nehmen: O-Ren Ishii
(Lucy Liu), Vernita Green (Vivica A. Fox), Budd (Michael Madsen), Elle Driver (Daryl Hannah) und Bill (David Carradine).
O-Ren Ishii ist die erste auf der Todesliste...
"Kill Bill Vol.1" ist eine groteske Komödie, die zugleich eine Hommage an das Easterngenre bildet; hinzukommen verschiedene
Genreeinflüsse von Action bis Splatter. Dabei ist die Geschichte an sich nur ein simpler Rächerplot, den Quentin Tarantino
mit seinen Spielereien aufpeppt. So erklingt Musik, die an verschiedene Variationen des Rächerfilms erinnert wie z.B.
Italowestern oder Racheeastern. Dabei ist die Handlung nicht allzu fintenreich und erzählt an sich nur wie die Braut
nacheinander Bills Organisation dahinmetzelt. So erreicht die Spannung kein allzu hohes Niveau, auch wenn der Film nie
langweilig wird. Zum Ende gibt es noch eine überraschende Wendung, die Lust auf "Kill Bill Vol.2" macht.
Die Gags zünden meist und sind aber wirklich makaberster Humor, neben dem auch die Gags von "Payback" und Co. harmlos
wirken. Größter Brüller ist meines Erachtens die Szene, wie sich der Pfleger mit dem Kunden am Krankenbett unterhält.
Hinzu kommen Unmengen von Anspielungen auf Eastern, von denen ich nur einen winzigen Bruchteil bemerkt habe, da ich
mir so gut wie nie Filme um fliegenden Guillotinen und brodelnde Reiskocher angesehen habe. Sonny Chiba habe ich jedoch
einwandfrei als Easternstar mit Gastauftritt identifiziert, der eine sehr witzige Szene hat.
Stilistisch hat sich Tarantino einiges einfallen lassen bzw. hat es geschickt geklaut. So ist die Idee mit der Anime-Sequenz
nicht nur eine Verneigung vor dem asiatischen Zeichentrick, sondern auch etwas neues, während vor allen in dem Kampfszenen
mehrere optische Räubereien zu sehen sind. Dennoch hat der Film auch seine Schwächen: So besitzt der Plot zwischendurch
einige Längen, wo sich Tarantino durchaus hätte kürzer fassen können. Zudem weidet sich der Film teilweise arg an seiner
Brutalität, so dass sie teilweise selbstzweckhaft wird.
Die Actionszenen sind die wohl offensichtlichste Verbeugung vor dem Eastern: Die Braut trägt Bruce Lees Kampfanzug aus
"Game of Death", ihre Gegner sind nach Vorbilden wie "Green Hornet" oder den "Battle Royal" Schulmädchen gestaltet und
ähnlich wie in den Eastern wird sich klassischen Wireworks bedient. Dies ist zwar nicht so spektakulär wie Kampfkunst
ohne derartige Hilfsmittel, aber hier wird das Wirework auch für den Humor genutzt (z.B. Umas Breakdance-Sprünge beim Kampf).
Der Gewaltgrad geht schon in den Splatterbereich und ist so arg übertrieben, dass es sehr grotesk und komisch wirkt.
Uma Thurman bietet als rachsüchtige Killerbraut eine gelungen witzige Performance, aber auch die Nebendarsteller müssen
sich nicht verstecken. Diese spielen allesamt sehr ironisch und witzig ihre Rollen, wobei mich vor allem Michael
Madsens Kurzauftritt am Ende auf seine Rolle in "Kill Bill Vol.2" gespannt macht.
Alles in allem ist "Kill Bill Vol.1" eine kultig-witzige Verbeugung vor dem Genre des Eastern. Teilweise überschätzt,
aber dennoch sehr unterhaltsam, auch wenn die Gewalt und der böse Humor nichts für sanfte Gemüter sind. -
Nils Bothmann (McClane), Amazon
Hintergrundinformationen:
Wie schon in seinen vorherigen Filmen Reservoir Dogs und Pulp Fiction wendet Tarantino eine nicht-chronologische
Erzählweise an, die der in der Literatur verwendeten Technik des Cut-up ähnelt. So beginnt der Film mit einer Szene,
die chronologisch in der Mitte der Handlung angesiedelt ist, sich aber in ein dramaturgisches Gesamtkonzept
einbettet. Vol. 2 verzichtet größtenteils auf eine solche strukturelle Verzahnung zugunsten bloßer Rückblendeneffekte.
Für den japanischen Markt konzipierte Tarantino von Vol. 1 eine eigene Version, in der der blutige Kampf Beatrix
Kiddos gegen O-Ren Ishiis Leibgarde komplett in Farbe zu sehen ist. Diese Sequenz ist in der internationalen Version
teilweise in Schwarz-Weiß gehalten. Kleinere Unterschiede bestehen auch im Schnitt und im verwendeten Bildmaterial.
Auch für Vol. 2 erschien eine gesonderte Asien-Fassung.
Der zweite Teil von Kill Bill hat in vielen Ländern niedrigere Altersfreigaben bekommen als der erste Teil.
So auch in Deutschland, wo Kill Bill – Volume 2 ab 16 Jahren freigegeben ist, Kill Bill – Volume 1 erst ab 18 Jahren.
- Der Filmtitel „Kill Bill“ hat im Englischen eine Doppelbedeutung, da das Wort „bill“ übersetzt ins Deutsche u. a.
„Abrechnung“ oder „Rechnung“ bedeutet. Somit lässt sich „Kill Bill“ zum einen als „Töte Bill“, zum anderen als
„Tödliche Abrechnung“ übersetzen
.
- Die internationale Fassung von Kill Bill – Volume 1 wurde an manchen Stellen, gegenüber der japanischen Fassung,
geschnitten oder verändert. (Siehe Weblinks.) Auch Vol. 2 wurde etwas geschnitten.
- Sowohl Quentin Tarantino, Vivica A. Fox als auch David Carradine waren Gastdarsteller in der Serie Alias – Die Agentin.
- Samuel L. Jackson hat einen Gast-Auftritt als Organist in der Kapelle, in der das Massaker stattfand.
- Als Vernita auf Beatrix feuert, befindet sich die Schusswaffe versteckt in einem Karton Frühstücksflocken der
Marke „Kaboom“ (dt. etwa „Krawumm“).
- Der Texas Ranger Earl McGraw (Michael Parks), der mit seinem Sohn Edgar McGraw (James Parks) im ersten Teil das
Blutbad in der Kirche begutachtet, ist eine Figur aus From Dusk Till Dawn. Diese Figur taucht ebenfalls noch
zweimal in dem Double Feature Grindhouse / Death Proof von Quentin Tarantino und Planet Terror von Robert Rodriguez)
auf. Im zweiten Teil spielt Parks außerdem die Figur des Esteban Vihaio, der Beatrix Kiddo auf Bills Spur führt.
- „Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. – altes klingonisches Sprichwort“ – dieses am Anfang von
Vol. 1 eingeblendete Sprichwort hat Khan aus Star Trek II: Der Zorn des Khan in der Schlacht gegen die Enterprise
erwähnt. Ursprünglich stammt es jedoch aus Mario Puzos Roman Der Pate. Dieser Satz ist in der japanischen Version
nicht enthalten.
- Der gelb-schwarze Anzug, den Uma Thurman zunächst als Motorradanzug und später als Trainingsanzug trägt, ist ein
Replikat des Anzuges, den Bruce Lee in Game of Death, seinem letzten und zu seiner Zeit nie fertiggestellten Film,
getragen hat.
- Als Kiddo in Kapitel 5 in Tokio den Flughafen verlässt, ist im Hintergrund ein Werbeplakat für die fiktionale
Zigarettenmarke Red Apple sichtbar, die Butch Coolidge (Bruce Willis) in Pulp Fiction raucht.
- Gogo Yubari verdankt ihren Namen der Kleinstadt Yubari (Präfektur Hokkaido- auf der gleichnamigen Insel), wo
Quentin Tarantino beim Yubari International Fantastic Film Festival 1993 eine Auszeichnung erhielt.
- Historisches Vorbild für die Figur des Pai Mei war ein Kampfkunstmeister des 17. Jahrhunderts namens Pai Mei
(mandarin) bzw. Pak Mei (kantonesisch). Der Name bedeutet „Weiße Augenbraue“, das drückt sich auch in der
Filmdarstellung der Figur aus. Pai Mei ist eine ambivalente Figur der chinesischen Geschichte, der zwar im
Shaolinkloster lernte, letztlich dieses aber mitsamt den dort unterrichteten Geheimnissen und Lehren an die
verfeindetete Mandschu-Regierung verriet. Im Zuge dessen wurde der Tempel 1675 vollständig niedergebrannt,
und nur sehr wenige Mönche überlebten.
- Die Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik ist eine frei erfundene Kampfkunst-Technik, die im Film zur
Anwendung kommt. Die Technik besteht in einer schnellen Abfolge von fünf harten Schlägen auf bestimmte
Pressurpunkte des Oberkörpers. Nach Anwendung der Technik kann das Opfer nur noch fünf Schritte gehen,
bevor sein Herz explodiert. Diese Kampftechnik hat ihren realen Hintergrund in diversen Kampfkünsten,
wo bestimmte Schläge auf Akupressurpunkte das Versagen eines Organs und somit eine Ohnmacht oder den
Tod des Gegners beabsichtigen.
- Der Drehort in der Mojave-Wüste in der Nähe der Kirche avancierte in der Folge zu einem beliebten Ort für
Film- und Fotoaufnahmen.
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