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Inhalt:

Die Wege eines guten Dutzend krimineller Subjekte kreuzen sich in Los Angeles im Laufe eines Tages gleich mehrfach - erzählt wird das ganze in drei kunstvoll verwobenen Episoden. Da ist der abtrünnige Boxer Butch (Bruce Willis), seine französische Freundin Fabienne (María de Medeiros); Honey Bunny (Amanda Plummer) und Pumpkin (Tim Roth), die einen Diner überfallen wollen; Gangsterboss Marsellus Wallace (Ving Rhames) und seine attraktive, drogenversessene Frau Mia (Uma Thurman). Und natürlich die Auftragskiller Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson), die sich auf dem Weg zur Arbeit über Hamburger, Jules' Gottesbild und gefährliche Fußmassagen unterhalten.





Zum Film:

Mit den K.-o.-Schlägen Reservoir Dogs von 1992 und Pulp Fiction von 1994 verschlug der Drehbuchautor und Regisseur Quentin Tarantino der Filmwelt den Atem und katapultierte sich unter die Prominenz der cineastischen Schwergewichte. Aber Pulp Fiction war mehr als nur die Fortsetzung zu einem beeindruckenden ersten Film; mehr als der Gewinner der Goldenen Palme beim Filmfestival in Cannes; mehr als ein Drehbuch voller saftiger Dialog-Kaugummis, auf denen die Schauspieler so gerne herumkauen; mehr als das Instrument, das John Travolta wieder in der ersten Riege etablierte; mehr als das Independent-Vorzeigeprodukt mit relativ geringem Budget (8 Millionen Dollar) und einer ultrahippen Mixtur etablierter Namen und aufsteigender Sternchen der Indieszene (darunter Samuel L. Jackson, Uma Thurman, Bruce Willis, Ving Rhames, Harvey Keitel, Christopher Walken, Tim Roth, Amanda Plummer, Julia Sweeney, Kathy Griffin und Phil Lamar). Es war sogar mehr als nur ein unerwarteter 100-Millionen-Dollar-Gewinn für den Indieverleih Miramax. Pulp Fiction war eine Sensation.

Nein, es war keine Wiedergeburt (eigentlich halte ich Reservoir Dogs für den substanzreicheren Film; und Paul Thomas Anderson übertraf Tarantino 1997, indem er sein Regie-Debüt mit zwei noch reiferen und besseren Filmen, Last Exit Reno und Boogie Nights hinlegte). Aber Pulp Fiction lädt seine nicht-chronologisch verwobenen Kurzgeschichten (alle über Versuchung, Korruption und Wiedergutmachung unter modernen Kriminellen, großen und kleinen) mit so viel Energie und Erfindungsreichtum auf, dass die Zuschauer sowohl erheitert als auch erschöpft den Saal verlassen -- mit klopfendem Herzen und verkrampften Händen von der Fahrt. (Ach, und der ansteckende, Surfgitarren-lastige Soundtrack ist schmackhafter als ein Hamburger Royal mit Käse.) -  Jim Emerson, Amazon



Hintergrundinformationen:

Die Musikauswahl spielt bei Tarantinos Filmen stets eine wichtige Rolle. Die Mehrzahl der Lieder stammt aus den Jahren 1958 bis 1972 und ist im weiteren Sinne dem Surf Rock, Country & Western oder Soul zuzuordnen. Die 1994er Coverversion des Neil Diamond Erfolgs von 1967 Girl, You’ll be a Woman Soon ist, obwohl erst zum Zeitpunkt der Filmproduktion erschienen, ebenfalls ganz im Stil des 60er-Jahre-Surf-Stils gehalten. Eine sehr funkige Nummer aus der Mitte der 70er Jahre ist Jungle Boogie von Kool & the Gang. Auch die Country-Soul-Ballade If Love Is a Red Dress (Hang Me in Rags) von Maria McKee aus dem Jahr 1993 fügt sich stilistisch in die 60er-Jahre-Retro-Musik ein.

Die Lieder stammen überwiegend von amerikanischen Interpreten und vermitteln in Summe ein typisch (west-)amerikanisches Lebensklischee von Einsamkeit, Melancholie und Rebellentum. Der Klang des Surf-Rocks mit seinen harten verzerrten E-Gitarrenklängen, die oft nach billigen Verstärkern, verstimmten Musikinstrumenten und schlechten Aufnahmen klingen, soll das Trashige widerspiegeln, das sich als programmatischer Leitfaden durch den Film zieht und im Filmtitel zum Ausdruck kommt.

Auf der zum Film erhältlichen LP und CD befinden sich neben der Filmmusik auch einzelne Textausschnitte und Dialoge im englischen Originalton wie die bekannte Diskussion über die Hamburger-Kultur in Europa oder das Ezekiel-Zitat.

  1. Tim Roth & Amanda Plummer – Pumpkin & Honey Bunny (Dialog) / Dick Dale & His Del-Tones – „Misirlou“ (1961)
  2. Samuel L. Jackson & John Travolta – Royale With Cheese (Dialog)
  3. Kool & The Gang – „Jungle Boogie“ (1974)
  4. Al Green – „Let’s Stay Together“ (1972)
  5. The Tornadoes – „Bustin’ Surfboards“ (1962)
  6. Ricky Nelson – „Lonesome Town“ (1958)
  7. Dusty Springfield – „Son of a Preacher Man“ (1968)
  8. Maria de Medeiros & Bruce Willis – Zed’s Dead Baby (Dialog) / The Centurians – „Bullwinkle Part II“ (1964)
  9. Jerome Patrick Hoban & Uma Thurman – Jack Rabbit Slim’s Contest (Dialog) / Chuck Berry – „You Never Can Tell“ (1964)
  10. Urge Overkill – „Girl, You’ll Be a Woman Soon“ (1994)
  11. Maria McKee – „If Love is a Red Dress (Hang Me in Rags)“ (1993)
  12. The Revels – „Comanche“ (1964)
  13. The Statler Brothers – „Flowers on the Wall“ (1966)
  14. Samuel L. Jackson & John Travolta – Personality Goes A Long Way (Dialog)
  15. The Lively Ones – „Surf Rider“ (1963)
  16. Samuel L. Jackson – Ezekiel 25, 17 (Dialog)


2002 erschien eine 2-CD Collectors Edition, die 5 zusätzliche Tracks enthält:

  1. The Robins – „Since I First Met You“
  2. Link Wray and His Ray Men – „Rumble“
  3. The Brothers Johnson – „Strawberry Letter #23“
  4. The Marketts – „Out of Limits“
  5. „Stranger Than Fiction / Tarantino Talks!“ (Interview mit Quentin Tarantino)


Wikipedia



Pulp Fiction Filmbild 1            Pulp Fiction Filmbild 2


Pulp Fiction Filmbild 3



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