Inhalt:
Ein perfekt geplanter Coup endet in einem rücksichtslosen Psycho-Horrortrip, der blutige Opfer fordert.
Beteiligt sind sechs elegant gekleidete Profi-Gangster, die zu einem Überfall auf ein Juweliergeschäft zusammenkommen.
Alles, was die Gentlemen voneinander wissen, sind die Decknamen, die ihnen ihr Auftraggeber Joe Cabot (Lawrence Tierney)
gegeben hat. Mr. White (Harvey Keitel), Mr. Orange (Tim Roth), Mr. Pink (Steve Buscemi), Mr. Blonde (Michael Madsen),
Mr. Blue (Eddie Bunker), Mr. Brown (Quentin Tarantino). Doch der todsichere Coup mißlingt, die Polizei war informiert.
Am geheimen Treffpunkt, einem leerstehenden Lagerhaus, wird ein Verdacht zur Gewißheit: unter ihnen ist ein Spitzel.
Tödliches Mißtrauen macht sich breit. Während einer der Gangster zu verbluten droht, entwickeln sich die anderen zu
reißenden Bestien, die weder vor der Folter an einem gekidnappten Polizisten noch vor blutiger Gewalt untereinander
zurückschrecken.
Zum Film:
Charakteristisch für den Film ist, dass die einzelnen Szenen nicht chronologisch angeordnet sind. So wird in Rückblenden
beispielsweise die Planung des Überfalls gezeigt. Die szenische Darstellung des eigentlichen Überfalls fehlt gänzlich,
sein Ablauf wird nur in einer Art Botenbericht aus der Erzählung der Handelnden deutlich. Tarantino benutzt diese Mittel
gezielt zur besseren Zeichnung der Charaktere.
Das Drehbuch ist sehr dialogorientiert. Ein Großteil des Films spielt in einer verlassenen Fabrikhalle. Die Produktionskosten
konnten daher sehr gering gehalten werden. Ein weiteres Merkmal sind die für Tarantino-Filme bekannten Wortgefechte,
die zum Teil nicht direkt zum Handlungsverlauf beitragen, sondern ebenfalls der Charakterzeichnung dienen. Die Wortgefechte
besitzen oft eine eigene Komik, beispielsweise eine Diskussion über das Lied „Like A Virgin“ von Madonna.
Auffällig ist auch die musikalische Untermalung des gesamten Films mit Liedern aus den 1970ern. -
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Hintergrundinformationen:
Die Codenamen der Räuber erinnern an die chemischen Kampfstoffe bzw. Entlaubungsmittel (Agent Orange, Agent White,
Agent Pink usw.), die im Vietnam-Krieg eingesetzt wurden. Die Idee mit den Farb-Pseudonymen übernahm Tarantino aus dem
Gangsterfilm Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 aus dem Jahr 1974.
Die Szene, in der Mr. Blonde dem Polizisten ein Ohr abschneidet, wurde durch den Italo-Western Django (1966) inspiriert.
Auch sind Einflüsse aus Ringo Lams City on Fire und Stanley Kubricks Die Rechnung ging nicht auf zu erkennen.
Auf den Titel kam Tarantino in der Zeit als er in einer Videothek arbeitete und einem Kunden den französischen Film
"Au revoir les enfants" empfahl, dieser aber, des Französischen nicht mächtig, mit den Worten
"I don't want no reservoir dogs!" ablehnte.
Auf der englischen Originaltonspur war die Marihuana-Dürre im Jahr '86 und nicht '68 wie in der deutschen Synchronisation.
In der Szene, in der Mr. Orange auf dem Dach eines Gebäudes von einem anderen Polizisten einen Trick zum Täuschen der
Gangster beigebracht bekommt und ihm erklärt wird, wie wichtig es sei zu täuschen und das Täuschen glaubwürdig zu gestalten,
sieht man eine Aufschrift an einem anderen Haus, welche zusammengeschrieben "Americans" ergibt.
Mr. Blonde heißt tatsächlich Vic Vega. Den gleichen Nachnamen trägt eine Figur aus Tarantinos nächstem Film, der von
John Travolta verkörperte Vincent Vega. Über ein mögliches Verwandtschaftsverhältnis wird in den Filmen nichts ausgesagt,
jedoch hat Tarantino in Interviews angedeutet, dass es sich bei Vic und Vincent um Brüder handele. -
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