Inhalt:
An seinem Geburtstag, den er traditionell im Kino verbringt, läuft Clarence (Christian Slater) ein ganz besonders hübsches
Geschenk zu: Das Callgirl Alabama (Patricia Arquette), welches sich nach einer Nacht in Clarence verliebt.
Bald darauf heiraten die beiden, doch Clarence hat mit Alabamas ehemaligem abartig fiesen Zuhälter
Drexl (Gary Oldman) abzurechnen. Er erschießt ihn in seinem Club und türmt mit einem Koffer voll Kokain im Wert
von einer halben Million Dollar. Zusammen mit Alabama will er das Zeug möglichst schnell an den Mann bringen, doch
Gangster und die Polizei sind den Beiden stets auf den Fersen...
Zum Film:
True Romance ist ein US-amerikanischer Film von Tony Scott aus dem Jahre 1993 und zählt als Roadmovie zu den Kultfilmen.
Der Film entstand aus einem sehr frühen Drehbuch des damals noch unbekannten Regisseurs Quentin Tarantino, der
es – inspiriert durch den Film Badlands – Zerschossene Träume – unter dem Titel Open Road zusammen mit seinem
Freund Roger Avary verfasste; aus diesem Drehbuch ging auch der Film Natural Born Killers hervor.
Der Film handelt von einem frisch verheirateten jungen Paar (Clarence und Alabama), das per Zufall Rauschgift
erbeutet hat und es zu Geld machen möchte. Dabei werden sie sowohl von der Polizei als auch von der Mafia verfolgt.
Ungewöhnlich ist die Romantik, für die Tarantino nicht unbedingt bekannt ist. Hier ist sie sogar das wichtigste Element,
weil der ganze Film auf die (zugegeben nicht gerade realistische) Liebesgeschichte aufbaut. Die gefühlsbetonten Szenen
driften dabei oft ins kitschige ab, stören aber dennoch nicht, weil sie so wunderbar inszeniert wurden. Auch der Score
von Hans Zimmer, der hier mal nicht nur mit einer Mammutlautsprecheranlage zur Geltung kommt, untermalt die romantischen
Sequenzen gut. Keine Ahnung, wieso viele die Musik in True Romance kritisieren. Sie ging mir richtig gut ins Ohr und
bleibt auch lange nach dem Film noch haften.
Wer jedoch denkt, True Romance ist nur eine Liebesgeschichte, liegt völlig falsch. Cool inszenierte Ballereien gibt es
zuhauf zu sehen, für Action ist garantiert gesorgt. Der finale Showdown ist wohl als Hommage an ältere Hongkong Actioner
zu verstehen, denn Parallelen zu John Woo's alten Perlen sind unübersehbar und auch beabsichtigt (es läuft ja an einer
Stelle auch eine Szene aus A better tomorrow 2 im Fernsehen). Die Shootouts wurden mit der nötigen Härte umgesetzt, die
meisten Einschusslöcher sind zu sehen. Eine krasse Gewaltszene ist ebenfalls vorhanden, als Alabama verprügelt wird.
Hier explodiert die Gewalt richtiggehend, alleine diese Sequenz rechtfertigt die FSK 18 Freigabe. Dafür wurde die 16er
Fassung so übelst sinnentstellend verstümmelt, das von der gekürzten Version nur noch abzuraten ist.
Wie so häufig in Tarantinos Filmen ist auch hier ein gewaltiges Staraufgebot versammelt. Brad Pitt, Dennis Hopper,
Christopher Walken, Tom Sizemore, Val Kilmer, Christian Slater, Patricia Arquette, Samuel L. Jackson oder Gary Oldman
bekommt man nicht in jedem Film zu sehen. In den Hauptrollen überzeugt Patricia Arquette auf jeden Fall, aus Christian
Slater werde ich nicht so ganz schlau. Er ist am Anfang ein ziemlich schüchterner Typ, wird dann aber zum eiskalten
Mörder und das nur wegen einer Frau. Ein bisschen unglaubwürdig. Außerdem passt sein Milchbubengesicht nicht so recht
zu seinem Charakter. Vielleicht war er die falsche Wahl.
Insgesamt ist True Romance auf jeden Fall ein empfehlenswertes romantisches, actiongeladenes und humorvolles Road-Movie
aus den früheren Tagen Tarantinos. Auch wenn das Drehbuch nicht ganz überzeugt und sich an ein paar Stellen leichte
Langweile breit macht, überwiegen doch die guten Szenen. Unterhaltung der härteren Art, sollte man genießen! -
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Hintergrundinformationen:
Im Originalskript und in der ursprünglichen Kinofassung stirbt Clarence während der Schießerei in Lees Hotelzimmer.
Dieses alternative Ende ist auf der Doppel-DVD mit dem Unrated Director’s Cut enthalten, die allerdings bisher noch
nicht in Deutschland erschienen ist. Tarantino plante, Alabamas Charakter in Verbindung mit Mr. White aus Reservoir
Dogs wieder aufzugreifen. Mr. White erkundigt sich in einer Szene nach Alabama. Der Film ist allerdings nur noch in
der ungeschnittenen Fassung erhältlich, die über ein glückliches Ende verfügt.
Bei dem Film, den sich Alabama und Clarence nach ihrer Hochzeit ansehen, handelt es sich um A Better Tomorrow II von
John Woo, der im finalen Showdown stilistisch zitiert wird.
Tarantino hatte für den Film ursprünglich auch eine nicht lineare Erzählstruktur vorgesehen.
Die „Shootout“-Szene gegen Ende des Films wurde oft zitiert, etwa in Der Eisbär, Domino oder c(r)ook, obgleich selbst
eine Hommage an John Woo.
